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Eine Rechtsschutzversicherung ist am billigsten.

Ein Vergleich ist immer billiger als ein verlorener Prozess.



Streitigkeiten sollten Sie nach Moeglichkeit vermeiden oder doch jedenfalls alternativ beilegen.

Lassen Sie sich vorbeugend beraten. Dabei muss es noch nicht einmal um Rechtsstretigkeiten gehen. Eine solche vorbeugende Beratung lohnt sich nicht nur fuer nachhaltig wirtschaftende Unternehmen, sondern auch fuer Nachbarn und Geschwister, zum Beispiel im herannahenden Erbfall. Oft reicht schon ein Gespraech.

Wenn Sie sich gleichwohl mit Ihrem Gegner nicht einigen koennen, er Sie verklagt oder Sie ihn verklagen muessen, gilt fuer die Kosten, die auf den Klaeger oder den Beklagten frueher oder spaeter zukommen, wer immer den Prozess verliert, und der Klaeger vorstrecken muss, auch wenn er den Prozess spaeter gewinnt, abgesehen von den Kosten einer unter Umstaenden notwendigen Zwangsvollstreckung folgendes:

Fuer Streitigkeiten mit einem Streitwert bis 5000 Euro ist das Amtsgericht zustaendig und Sie koennen Ihren Prozess auch selbst fuehren. Der Streitwert erhoeht sich in Stufen und richtet sich nach dem Wert des Streites. Danach richten sich auch die Gebuehren. Der Kläger muss die Gerichtskosten vorstrecken, in der Regel mindestens einmal die dreifache Gerichtsgebuehr, sonst macht der Richter nichts. Hinzu kommen gegebenenfalls Ihre eigenen Anwaltskosten, im Wesentlichen die zweieinhalbfache Anwaltsgebühr, und die Anwaltskosten Ihres Gegners.

Wenn Sie gewinnen, muss die Gegenseite alles bezahlen, also einmal die dreifache Gerichtsgebuehr und gegebenenfalls zweimal die zweieinhalbfache Anwaltsgebuehr fuer zwei Rechtsanwaelte. Dazu kommen gegebenenfalls noch die Auslagen der Anwaelte fuer Post und Telekommunikation und so weiter hinzu. Ein Vergleich ist zwar insgesamt teurer, wenn man die Kosten beider Parteien mit jeweils einem Anwalt zusammenzaehlt, weil beide Anwaelte zusaetzlich eine Einigungsgebuehr bekommen. Jede Partei traegt aber in der Regel auch nur die Hälfte der Kosten und das Gericht bekommt auch nur eine Gebuehr. 

Ab einem Streitwerk von 5000 Euro ist schon in erster Instanz das Landgericht zustaendig und es herrscht Anwaltszwang. 

Wenn Sie sich schon den vorgerichtlichen Gang zu Ihrem Rechtsanwalt an sich nicht leisten koennen, bekommen Sie in Ihrem Amtsgericht nach Pruefung Ihrer wirtschaftlichen Verhaeltnisse einen Berechtigungsschein fuer Beratungshilfe (amtliches Antragsformular mit weiteren Erlaeuterungen, wonach Sie diesen Antrag auch muendlich stellen koennen). Sie bekommen fuer diesen Berechtigungsschein und eine "Schutzgebuehr" von 15 Euro, die die "Beratungsperson" auch erlassen kann, eine vollstaendige vorgerichtliche Beratung, zu der auch ein entsprechender energischer "Anwaltsbrief" an Ihren Gegner gehoert. Derren Kosten traegt dann der Staat.

Eine solche Beratung ist zwar noch kein Prozess. Wenn die Verteidigung Ihrer Rechte Aussicht auf Erfolg hat, haben Sie dann aber auch einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe. Fuellen Sie deshalb gegebenenfalls sofort auch das amtliche Antragsformular fuer die Prozesskostenhilfe aus und bringen Sie es dann vorsorglich gleichfalls mit (zwingend notwendiges amtliches Antragsformular). Die Pruefung dieser Voraussetzung ist oft schon der ganze Prozess. Sie garantiert aber noch nicht, dass der Prozess auch gewonnen wird und die Gegenseite dann auch tatsaechlich alles bezahlt. Sie muessen Ihr Urteil unter Umstaenden auch vollstrecken.

Wenn Sie den Prozess verlieren, muessen Sie in jedem Fall auch die Kosten der Gegenseite bezahlen. Ausserdem muessen Sie dann unter Umstaenden auch die Prozesskostenhilfe ganz oder zum Teil zurueckzahlen. Eine Rechtsschutzversicherung zahlt dagegen immer alles, wenn sie nach Pruefung der Erfolgsaussichten fuer den Rechtsstreit eine Deckungszusage gegeben hat, abgesehen von einem eventuellen Selbstbehalt. Vor allem ist aber auch der Schriftwechsel mit der Rechtsschutzversicherung in der Regel unkomplizierter als der entsprechende Schriftwechsel mit den Gerichten.

In der Theorie sind zwar alle Menschen vor den Gerichten gleich. Die Praxis ist aber leider unter Umstaenden eine andere. Dabei spielen auch der gerichtliche Zeitaufwand und die Schwierigkeit Ihrer Sache eine Rolle. Nicht nur den oeffentlichen Frieden, sondern auch das Recht gibt es nur im Rahmen des praktisch Moeglichen. Auch Richter sind nur Menschen, die sehr viel Arbeit erledigen muessen und in Deutschland wegen ihrer schwierigen Arbeitsbedingungen auch nicht streiken duerfen. Dabei ist die Zahl der Richter fuer das reibungslose Funktionieren des modernen Rechtsstaates viel wichtiger als die Zahl der Polizisten.

Warten Sie nicht, bis es zu spaet ist!!








 

 

 

 

 

 

 






 

 


 

 

 


Wer einen Anwalt braucht, ist es selbst schuld??